Warstein. Paris mitten in Warstein: Da tanzen Revuegirls auf den Tischen, die berühmte Jungfrau verschwindet in der Zauberkiste und Madame Tütü feiert zum x-ten Male ihren 32 Geburtstag.
Zur standesgemäßen Sause hatte die Chefin des Moulin Rouge „halb Warstein“ ins Hotel Lindenhof eingeladen. Das gut bürgerliche Haus musste sich allerdings in einen Sündenpfuhl verwandeln, damit die Gäste sich darin amüsieren können, wie auf dem Montmartre zur vorletzten Jahrhundertwende. Das passende Dekor mit Glitzer, Glitter und roten Samtvorhängen hat das Tatort-Dinner Team aus Bochum mitgebracht. Auch Madam Tütüs Gäste wedeln mit Federboas und Seidentüchern, ganz im Stile des Pariser Varietes. Jeden begrüßt die Patronin persönlich. Sie ist ein Vollweib, eine Kanaille, mitunter auch eine Krawallnudel aber als Gastgeberin nicht zu schlagen. „Na Cherie, schmeckt das Süppchen?“ fragt sie den Herrn am runden Tisch, zupft das Dekolte´ zu recht, dreht sich um und betütelt zuckersüß seine Tischnachbarin: „Geht es dir auch gut meine Süße oder kann ich noch etwas für dich tun?“
Zwischen den Vorspeisen stimmt das Ensemble mit Zauberer, Pianist und Tanzmäusen ein Geburtstagsständchen an. Das Publikum singt mit, ist von Anfang an mittendrin im unterhaltsamen Geschehen. Schon zwischen Vorspeise und Hauptgang wird auf dem Tisch getanzt. Die Revuegirls legen einen Cancan aufs Parkett und der Magier gibt eine Kostprobe seines Könnens. In atemberaubendem Tempo geht die Post ab, bis „eure liebe Madame Tütü“ den nächsten Gang auftragen lässt. Zuvor hat sich der Wonneproppen noch schnell selbst in Szene gesetzt und das Dinner als „Sexbomp, Sexbomp“ mit einer deftigen Prise Erotik gewürzt.
Doch plötzlich eskaliert die Situation. Es gibt eine Leiche zum Dessert. Nun stehen die Geburtstagsgäste als Zeugen eines Verbrechens in einem ganz anderen Licht da. Wie gut, dass sie so einiges beobachtet haben und dem Kommissar bei der Aufklärung des Mordes unter die Arme greifen können. Mitten in die Ermittlungen hinein verkündet ein Gast: „Hallo, alle mal herhören, Dortmund hat gegen Bayern gewonnen!“ Was zum Programm gehört und was nicht, lässt sich zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr so genau unterscheiden.
Schließlich wird der Nachtisch aufgetragen. Der Kommissar gibt noch eine kleine Gesangsprobe ab und legt schließlich den Mörder in Ketten. Es war dieses Mal nicht der Gärtner – nur soviel sei hier verraten, denn das mörderische Dinner wird im März 2012 an gleicher Stelle wiederholt.
Aus diesem Grund mussten alle Zeugen am Ende aufstehen und sich mit einem Schwur zum Schweigen verpflichten, damit die Verbrechersuche spannend bleibt.
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